KI-Potenzial wird laut Anthropic kaum genutzt: Was bedeutet das für dich?

Veröffentlicht am 7. März 2026 um 00:01

Ist das schon alles?

Du nutzt ChatGPT, vielleicht auch Claude oder Gemini. Du bist zufrieden damit, es spart dir Zeit, und eigentlich läuft es ganz gut so. Ein aktueller Forschungsbericht von Anthropic (veröffentlicht am 5. März 2026) legt nahe: Was die meisten von uns mit KI machen, ist ein Bruchteil von dem, was möglich wäre.

Bild: Anthropic (Anklicken zum Vergrößern) 

Zusammenfassung

Laut einem aktuellen Anthropic-Bericht (März 2026) wird KI in der Praxis nur zu einem Bruchteil ihres Potenzials genutzt.

Auch auf dem Arbeitsmarkt zeigen sich bisher überraschend geringe Auswirkungen.

Die Konsequenz: Nicht bei ChatGPT-Basisnutzung stehen bleiben! Wer darüber hinausgeht (z.B. mit KI-Assistenten, Workflows, Wissensdatenbanken und mehr), gewinnt schnell konkreten Zusatznutzen. Dafür braucht es aber mehr als Ausprobieren, nämlich gezielten KI-Kompetenzaufbau, der zeigt, was alles möglich ist. Zeit und Geld sind hier gut investiert.

Im Bereich Computer und Mathematik werden gerade mal 33 Prozent des theoretischen KI-Potenzials tatsächlich genutzt. In den meisten anderen Berufsfeldern noch weniger.

(Transparenzhinweis: Anthropic ist der Hersteller von Claude, also kein neutraler Absender. Die Studie basiert aber auf offengelegter Methodik und frei einsehbaren Daten.)

Der Arbeitsmarkt bleibt (noch) ruhig

Was vielleicht überrascht: Trotz des ganzen KI-Hypes hat sich am Arbeitsmarkt bisher wenig verändert. Die Arbeitslosenquote in besonders KI-exponierten Berufen ist seit Ende 2022 praktisch gleich geblieben. Es gibt erste Hinweise, dass jüngere Arbeitnehmer (22 bis 25 Jahre) in diesen Berufen etwas seltener eingestellt werden, aber der große Umbruch am Arbeitsmarkt ist bisher ausgeblieben.

Der Bericht ist deshalb weniger Alarmglocke als Frühwarnsystem. Und gleichzeitig eine Einladung: Denn wo wenig genutzt wird, liegt viel brach.

Das "ChatGPT-Plateau"

Viele erleben das so: Du hast angefangen, KI für Texte oder Recherche zu nutzen, warst beeindruckt, und seitdem läuft es so weiter. Immer das gleiche Chat-Fenster, immer die gleiche Art von Fragen. Das ist das ChatGPT-Plateau: Man bleibt auf dem ersten Level stehen, ohne zu wissen, was noch alles ginge.

Dabei gibt es längst Möglichkeiten, die mit wenig Aufwand konkreten Nutzen bringen:

  • KI-Assistenten für wiederkehrende Aufgaben. Über Custom GPTs (bei ChatGPT) oder Claude Projekte kannst du dir spezialisierte Assistenten bauen, die deine Arbeitsweise, deinen Kontext und deine Vorlagen kennen. Kein Programmieren nötig, Einrichtung in unter einer Stunde.
  • Automatisierte Workflows. Über Claude Skills oder Claude Cowork lassen sich mehrstufige Aufgaben automatisieren: Dokumente analysieren, Berichte erstellen, Daten zwischen Systemen verschieben. Was bisher manuell und fehleranfällig war, läuft dann strukturiert und wiederholbar.
  • Quellenbasierte Wissensdatenbanken. Über Projekte in ChatGPT oder Claude, oder über Google NotebookLM kannst du eigene Dokumente hochladen (Produktinfos, Preislisten, Verträge, Handbücher) und per natürlicher Sprache durchsuchen. Die KI antwortet dann auf Basis deiner Unterlagen statt auf Basis ihres allgemeinen Trainings.

Das sind nur die schnellen Einstiege. Darüber hinaus gibt es KI-Agenten, Integrationen in bestehende Software, branchenspezifische Lösungen und einiges mehr.

Warum "einfach ausprobieren" nicht reicht

Die Lücke zwischen dem, was KI kann, und dem, was wir damit machen, ist groß. Und sie schließt sich nicht von allein. Wer KI produktiv einsetzen will, braucht ein Verständnis dafür, welche Werkzeuge es gibt, wie man sie kombiniert und wo die Grenzen liegen.

Genau dafür sind KI-Kompetenzschulungen da. Nicht wegen der EU-Pflicht (obwohl die ab August 2026 relevant wird), sondern weil der Unterschied zwischen "KI nutzen" und "KI verstehen" sich direkt im Arbeitsalltag bemerkbar macht.


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Quellen

Weitere Hinweise

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